Am 30. Juli 1922 trafen sich sportbegeisterte Ober-Laiser Bürger, um eine Fußballmannschaft aufzustellen. Es kam nicht allein zur Aufstellung einer Mannschaft, sondern man entschloß sich sogar zur Gründung eines Vereins, des "SV Ober-Lais".
Gegen die sportliche Betätigung entstanden zu dieser Zeit durchaus Widerstände, die aber seitens der Aktiven einfach ignoriert wurden. Mit Begeisterung wurden Schwierigkeiten überwunden. Der Fußballsport war in diesen Jahren insbesondere auf dem Lande noch kein Volkssport, deshalb wurden die Akteure und deren Leistungen auf dem grünen Rasen größtenteils belächelt. Trotz allem fanden sich auch schon damals besonders unter den älteren Bürgern Förderer und Freunde. Das erste Spiel wurde gegen Hirzenhain ausgetragen und hoch mit 1:7 verloren. Die Manschaft setzte sich im wesentlichen aus den Vereinsgründern zusammen. Als Sportplatz diente zu diesem Zeitpunkt irgendeine Wiese und die Tore waren einfach zusammengenagelt worden. Die meisten Fußballschuhe waren umgearbeitete alte Sonntagsschuhe. Ein Sporthaus aus Ulm lieferte nach großen Bemühungen die ersten blau-gelb gestreiften Trikots. Höchst interessant war die Geldbeschaffung für die Trikots. Im Dorf wurde Hafer gesammelt, anschließend verkauft und aus dem Erlös wurden die Trikots bezahlt. Doch ohne Ball konnte kein Spiel stattfinden, dieser wurde gestiftet. Danach mußte für den Spielbetrieb ein Fußballplatz her, welcher hinter dem Dorf in Richtung Nidda entstand. Riesige Buchen "dicke Beem" standen auf dem Sportplatz, doch diese störten vorerst nicht.
Ein vorhandener Holzlagerplatz wurde geräumt und das geplante Sportgelände in Eigenhilfe errichtet. Ein regelmäßiges Training fand nicht statt, dafür wurde jeden Abend gebolzt. An Beitrag mußten die ersten Mitglieder 10 Reichspfennig entrichten, sofern dies möglich war. Zu Auswärtsspielen ging man zu Fuß. Für Essen und Trinken nahm man einen 5-Millionen-Schein mit, für den man am Zielort gerade noch eine Flasche bier bekam. Der kleine hängige und zum Teil mit mit Bäumen bepflanzte Sportplatz war für einen geregelten Spielbetrieb in seiner vorhandenen Form nicht mehr akzeptabel, deshalb sah man sich nach einem geeigneteren Gelände um. Nach langem Suchen wurde das Gelände auf dem "Hohen Berg" gefunden. Dieser Platz war jedoch von Waldbestand umgeben, welcher Ober-Lais und der Nachbargemeinde Fauerbach gemeinsam gehörte. Nach lagen, zähen Verhandlungen kam es zu einer Einigung. Der vorhandene Baumbestand wurde gefällt und die Stümpfe gerodet. Alles geschah in Eigenhilfe.
Das erste Spiel auf dem neuen Sportplatz konnte 1929 ausgetragen werden. Von diesem Zeitpunkt stiegen die Leistungen der Fußballmannschaft deutlich an. Im Jahr 1932 errang die Mannschaft die B-Klassenmeisterschaft. Eine Ausscheidungsrunde über den Aufstieg zur A-Klasse mußte ausgetragen werden. ( Schotten-Ober Lais 2:2, Ober Lais-Gedern 2:0, Nidda-Ober Lais 1:6) Die Ergebnisse hätten zum Aufstieg gereicht. Verschieden Umstände wie Spielerabgänge, insbesondere der Leistungsträger, Abgänge zu Wander- und Heimatvereinen, zwangen den Verein zur Aufgabe des Spielbetriebs. Im Jahre 1933 wurde der Sportplatz durch den Reichsarbeitsdienst erweitert. Hiernach fanden bis zum Jahre 1939 lediglich Fußballspiele zwischen HJ-Mannschaften und Jugendmannschaften auf dem erweiterten Sportplatz statt. Während des Krieges erlosch fast jeglicher Spielbetrieb. Erst 1946, nachdem die Kriegwirren unser Land durchgeschüttelt hatten, begann der Spilebetrieb wieder. Auf viele bewährte Fußballspieler mußte der Verein verzichten, sie kehrten aus dem Krieg nicht mehr in die Heimat zurück. Ihnen gilt unser besonderes Andenken.
Ein Kultur- und Sportverein versuchte die ersten Schritte. Die ersten Spiele wurden unter ähnlichen ungünstigen Bedingungen wie zur Gründerzeit ausgetragen. Sehr oft übernahm ein Holzvergaserauto die Arbeit der Beine, wenn es zu den Auswärtspielen ging. Trikots und Fußballschuhe waren nur noch weinige vorhanden. Ume einigermaßen einheitlich auszusehen, half man sich dadurch, das man weiße Hemden und schwarze Hosen mit weißen Streifen nähen ließ. Fußballschuhe waren Mangelware. Wer keine Fußballschuhe hatte, spielte anfangs in Arbeitsschuhen. 1949 teilte sich der Verein durch Einsprüche der Militärregierung und der Sportverein konnte wieder sein eigenständiges Leben führen Der Spielbetrieb wurde bis 1954 weiter geführt und wurde anschließend für 2 Jahre aus den verschiedensten Personalgründen aingestellt. Am 30.06.1956 wurde die Arbeit unter einem neuen Vorsitzenden wieder aufgenommen. Um die Vereinskassen aufzufüllen, führte der Verein Theaterstücke auf, hielt Familienabende ab und tat viel zur Unterhaltung der Bevölkerung. 1964 konnte der Verein zum ersten mal den Fairneßpreis, von Landrat Moosdorf gestiftet, in Gemeinschaft mit den Vereinen Burkhards und Eckartsborn, in Empfang nehmen. 1965 wurde der Sportplatz eingezäunt.
Seit der Neuaufnahme des Spielbetriebes spielten die Fußballer mit wechselnden Erfolgen in der B-Klasse. Daß die Ober-Laiser "Kicker" bei Freundschaftsspielen und Turnieren gern gesehen waren, beweisen die vielen Pokale und Freundschaftswimpel im Vereinslokal Appel. 1966 strebte der Verein einem Höhepunkt in seinem sportlichen Leben zu. Die 1.Mannschaft konnte in der B-Klasse, Gruppe Nord, den 1.Platz erzielen und stieg in die A-Klasse auf. Leider nur für ein Jahr. Großes Verletzungspech und ein zu kleiner Spielerkader waren die Gründe für den sofortigen Abstieg. Mit der systematischen Ausbildung von Jugendspielern wurde im Jahre 1959 begonnen. Eine schlagkräftige Jugendmannschaft nahm erstmalig am Spielbetrieb teil. In den folgenden Jahren beteiligten sich zeitweise sogar 2 Jugendmannschaften an der Verbandsrunde. Bedingt durch die geburtenschwachen Jahrgänge waren wir gezwungen, ab dem Jahr 1977 eine Jugendspielgemeinschaft mit den Nachbarvereinen SKG Fauerbach und Wallernhausen einzugehen. Diese Fusion hat bis heute noch Bestand und sich bestens bewährt. Mehrere Kreis- und Stadtmeisterschaften im Feld und in der Halle konnten zwischenzeitlich errungen werden.
Der am Sportplatz vor längerer Zeit gebaute Umkleideraum entsprach nicht mehr den Anforderungen, deshalb wurde ein Neubau mit Duschen und WC-Anlagen in Eigenleistung an das vorhandene Gebäude angebaut. Die Möglichkeit zu dieser Maßnahme wurde durch den Umstand begünstigt, daß die Gemeinde Ober-Lais im Rahmen des Ausbaues ihrer Wasserversorgung, den Trinkbehälter unmittelbar neben dem Umkleideraum errichtet hatte. In den folgenden Jahren wurde unter anderem die Begradigung und der Ausbau des Hauptsportplatzes, sowie die Ausweisung eines Nebenplatzes mit Installation einer Flutlichanlage durchgeführt. Im Zusammenwirken zwischen Vorstand, dem Ortsbeirat und dem Teilnehmervorstand der Flurbereinigung konnte mit geringen Mitteln ein Zweitsportfeld geschaffen werden, auf dem die Spiele während des Ausbaues des Hauptplatzes ausgetragen wurden und das heute als Trainigsgelände dient. Im Jahre 1982 feierte der Verein das 60-jährige Jubiläum auf dem inzwischen geschaffenen Festplatz direkt neben dem Sportplatzgelände.Auf dem Sportlichen Sektor buchte der Verein in der Spielzeit 1978/79 einen weiteren großen Erfolg. Man stieg zum dritten Mal in der Vereinsgeschichte in die A-Klasse auf, der man bis zum Jahre 1987 angehörte. Danach stieg man zunächst in die B-Klasse ab. Bedingt durch die Umgruppierung der Spielklassen und den Wegfall der C-Klasse befand sich unsere Mannschaft ab 1991 wieder in der A-Klasse. Hieraus ist man im Jahre 1994 in die B-Klasse abgestiegen...
| Tabelle | ||
|---|---|---|
| 11. | VfR Hainchen | 19 |
| 12. | SV Ober-Lais | 18 |
| 13. | SG Büches/Orlesh/Rohrb | 15 |